Kunst wie ein guter Wein


Bericht in der HNA vom 04.08.2005
Von Kirsten Kleinbäumer

Kassel. Er ist sichtlich nervös, ist es doch das erste Mal, dass sich der Künstler mit seinen Werken der Öffentlichkeit präsentiert. Nach mehr als 30 Jahren emsiger Arbeit, Reifungsprozess und Erforschung seiner selbst stellt Stanislaus Szypura seine Kunst der Öffentlichkeit vor. Den entscheidenden letzten Anstoß und die Unterstützung bekam der Kasseler Künstler von dem Verein "art5²12.org" (Motto "fünf-vor-zwölf").

Stanislaus Szypura wurde in Kassel geboren und bereits in der Schule erhielt er den Spitznamen "der Maler". Das ist er auch mit Leib und Seele und die Malerei lässt ihn nicht mehr los. Für Stanislaus Szypura ist seine Kunst nicht in erster Linie ein Mittel der Kommunikation, ein Medium um Menschen an seinen Gedanken und Interpretationen teilhaben zu lassen, sondern die Malerei ist für den Künstler ein Mittel der Selbstheilung und der Selbsterforschung.

Nach 30 Jahren höchster Produktivität - er hat mehr als 2000 Bilder gemalt - wird es Zeit, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für eine möglichst umfassende Vorstellung in der Öffentlichkeit hat der Verein "art5²12.org" eine CD mit einem Werkverzeichnis von über 750 Ölbildern herausgegeben. Unterteilt sind die Werke in drei Hauptgruppen: Die Multidimensionalität des Menschsein - Abstraktion - Landschaften. Keinem bestimmten Vorbild nachfolgend, vielmehr geistigen Strömungen der Renaissance, des Manierismus und der Romantik verhaftet, macht sich Stanislaus Szypura in seiner Malerei daran, das Individuum und das Innere aller Dinge zu erforschen. Er will die Natur der Subjektivität in ihrer konkreten Erscheinung als Geist und Seele erfahren und ausdrücken.

Sein Menschenbild ist expressiv, das Innere wird nach außen gekehrt, intensive Farbigkeit unterstreicht Fantasie, Emotionalität, Sensualität und Kreativität - Kräfte, die den Menschen vorantreiben. Um die Polarisierung von Immaterialität und Materialität drehen sich die abstrakten Gemälde von Stanislaus Szypura, die für den Künstler die Brücke zum Thema Kreativität darstellt.

In der Werkgruppe der Landschaften greift der Maler auf Dokumentarfotos zurück, die das Zeitgeschehen des 20. Jahrhunderts belegen und in äußerst diffuser Weise eine Art Hintergrundrauschen für das bis zur Ideologie erhobene Bild der Weltanschauung erzeugen.

Stanislaus Szypura hat seine Kunst im Dunkeln heranreifen lassen, um sie dann, einem guten Wein gleich, in all ihren Facetten der Öffentlichkeit vorzustellen. Für eine endgültige Metamorphose werden noch die entsprechenden Atelier- und Archivräume gesucht.

quelle www.hna.de/kultur.html

 

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