Mein erster Documentabesuch


Nach 2 Monaten, in denen ich fast ausschließlich mit meinen Ausstellungen beschäftigt war, hatte ich endlich die Muße mit Norbert die Documenta zu besuchen.

Ich war ehrlich überrascht, dass ich überrascht war. Einiges, sehr weniges, hat mich spontan begeistert. Vieles, sehr vieles, fand ich anregend und interessant. Einiges, sehr weniges, fand ich absolut nichtssagend. Das ist doch eine gute Bilanz!

Nach den letzten beiden Documenten, die ich viel zu kopflastig fand, erlebte ich diese Documenta in ihrer Mischung von Intellekt, Gefühl und Sinnlichkeit, als ausgewogen. Vor allem in Erinnerung an die David Documenta war ich positiv überrascht. Obwohl die David Documenta mir größten Respekt abverlangte. Grundsätzlich liebe ich Kunstwerke und Ausstellungen mit tiefen und komplexen gedanklichen Dimensionen. Die Konsequenz und Radikalität der Documenta 10, in Bezug auf tiefe und komplexe Intellektualität und deren despotische Dominanz, hat es mir leider unmöglich gemacht, mehr als ein dutzend Kunstwerke überhaupt zu verstehen und dann erst genießen zu können. Retrospektiv empfand ich sie als brillante Inhaltsangabe eines sehr, sehr gründlichen und umfassenden Hochschulstudium für Kunsttheorie und Kunstphilosohpie. Ich befürchtete schon wieder die elende Anstrengung, quasi ein Studium einlegen zu müssen, um mir einen Hauch von Verstehen, und als Belohnung: mehr oder weniger trockenen Genuß, hart erarbeiten zu müssen.Deshalb war ich erfreut, durch die Documenta 12 gehen zu können ohne ein einziges mal in einen Katalog oder Beiheft gucken zu müssen und trotzdem in einem permanenten Austausch mit den Kunstwerken zu stehen. Die einzigen Informationen, die ich wichtig fand und die mir fehlten, fand ich alle auf den Tafeln neben den Werken. Nämlich die Materialien und die Entstehungsdaten.

Diese Informationen und die Tatsache, dass über die Hälfte der Positionen nicht zeitgenössig sind, brachten mich dann auch zur Reflexion des Grundkonzepts der Buergel Documenta. Die 3 Grundfragen dieser Documenta und die sekundären Ideen, wie z.B.: die Migration der Form-, fand ich relativ beliebig und irrelevant zu dem, was ich auf der Documenta erlebte. Sebstverständlich kann mann übersehene oder nicht intensiv gewürdigte Positionen der Kunstgeschichte in solchen Maße in eine Documenta integrieren. Aber meiner Meinung nach muß man diese Absicht nicht durch Statements wie: Ist die Moderne unsere Klassik, oder: Migration der Form-, rechtfertigen. Wenn Buergel im aktuellen Kunstgeschehen zu wenig exponierte Kunstwerke gefunden hat, oder der inflationären Präsens der Stars der aktuellen Kunstszene überdrüssig ist, und er die Hälfte der Documenta mit einer Sammlung tradierter Museumsstücke besetzt, so spricht diese Idee für sich. Und wenn sie funktioniert, um so besser.

Für mich hat sie erstaunlich gut funktioniert. Gerade die Positionen aus vergangenen Gegenwarten haben meine ganz persönlichen Ansprüche, die ich an große Kunst stelle erfüllt: Gedankentiefe bis zur Inspiration, emotionaler Reichtum und Gefühlstiefe und selbstverständlich einen sinnlichen, sexy Körper, der die immaterielle Dimension des Kunstwerks nicht nur zum Ausdruck bringt, sondern auch eine ganzheitliche Erfahrung davon ermöglicht.

Dieser Anspruch, den ich an gute Kunst stelle: intelligent bis geistreich zu sein,- Seele-Gefühl zu haben und zu erlauben- und zu letzt körperlich, wenn möglich sexy zu sein, hat sich für mich beim Erleben sehr vieler Kunstwerke auf dieser Documenta 12 erfüllt. Da kann ich doch zufrieden sein.

Deshalb werde ich auch den in diesem Blog angekündigten, ernsthaften Kommentar zum theoretischen Konzept der Documenta 12 NICHT schreiben. Nach meinen ersten Eindruck der Documenta bin ich der Meinung, dass man sich die Fragen von Buergel stellen kann, aber man kann es auch lassen. Ich halte sie für obligatorisches intellektuelles Dekor. Deshalb lasse ich es. Dank an Herrn Buergel für so viel Lässigkeit.

Aber eins kann ich nur jedem empfehlen: schaut euch unbedingt die Documenta 12 an!!!

Und nun etwas ganz, ganz anderes:

Zwei Jäger gehen durch den Wald mit der Absicht Wild zu jagen. Plötzlich greift sich einer der beiden an den Hals und stürzt zu Boden. Der andere Jäger ruft mit Hilfe seines Handys den Notarzt an: Ich glaub, mein Freund ist tot. Was jetzt?

Der Arzt rät: Beruhigen sie sich! Zunächst müssen sie sicher gehen, dass ihr Freund wirklich tot ist.

Eine kurze Pause tritt ein, dann ist ein Schuß zu hören. Anschließend spricht der Jäger erneut durchs Telefon:

Erledigt, und was nun?

 

Bert befiehlt, ich soll üben!

 

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Ha! Ha! Ha!



Mann guckt fast bei jedem Besteigen des Netztes ob Her Onkel-kunst etwas neues zur schau stellt. Da man ja öfters besteigt sieht man um so öfter nichts und wenn dann doch-große große freude!!!
macht spasss!!!